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Der Sprung ins Ungewisse!

Ich werde nie den ersten Tag im Althoff Seehotel Überfahrt am Tegernsee vergessen.

Mein erster Arbeitstag und der Beginn von einem völlig neuen Leben.

Zuvor hatte ich sieben Jahre in meiner Wahlheimat, dem Allgäu gelebt und gearbeitet, Freundschaften geschlossen.

Damals bin ich der Liebe wegen ins Allgäu gezogen: Weg aus Franken.

In die Berge, dort habe ich mich schon immer wohl gefühlt und als Hotelkauffrau wollte ich auch nicht mehr arbeiten.

Schon zu dieser Zeit, begann für mich ein neues Leben

...und dann das ganze nochmal? Allein? Ohne zu wissen was kommt? Es ging mir zwar dort nicht mehr gut,

dennoch war ich mir nicht sicher. Wog Positives mit Negativem ab, erstellte diese berühmte To-Do Liste

und saß fragend bei meiner Cousine. Sie ist wie meine Schwester, war zu dieser Zeit gerade von Bamberg ins Allgäu gezogen. Das hatten wir uns so lange gewünscht:

in unmittelbarer Nähe zu wohnen und nun sollte ich das, sowie alles weitere aufgeben? Wieder einen neuen Schritt wagen? Ohne zu wissen was kommt?

 

Ja, genau das musste ich. Weil Entwicklung genau so funktioniert, mit dem Sprung ins Ungewisse.

 

Als mich das Hotel Überfahrt dann anrief, um mir die Stelle zu bestätigen bin ich vor Freude in die Luft gesprungen.

Mit einem weinenden und lachenden Auge, habe ich mich von meinem geliebten Allgäu verabschiedet und bin weiter gezogen.

Nicht ins Ausland oder in eine große Stadt. Es war "nur" der Tegernsee, aber das sollte es noch nicht gewesen sein. 

Hätte ich damals gewusst, dass das der Weg zu meinem absoluten Traum ist, den ich mir schlussendlich

in Hamburg erfülle? Ich hätte es nicht geglaubt. Aber genau so ist es. 

 

Event Manager in einem wunderschönen Hotel am Tegernsee. Ich habe mit 28 Jahren fast alles neu gelernt.

5 Sterne Hotellerie war mir bekannt, aber nicht von Seiten der Eventabteilung. Nochmal alles auf null.

Mein Glück waren eine fantastische Chefin und geniale, super coole Kollegen, die der verrückten Dulli mit viel Geduld alles erklärt haben. Auch wenn manch ein Abteilungsleiter die Augen verdreht hat, wenn ich mal wieder eine Hochzeit hatte

und das ganze Haus verrückt gemacht hat.

 

Nach den ersten Wochen lag die alles verändernde Hochzeitsanfrage auf meinem Tisch: aus Moskau.

Ein komplettes Hochzeitswochenende in acht Wochen:

"Nadine das ist bestimmt keine "echte" Anfrage, aber gut zum Üben. Zum Eingeben und Angebot schreiben."

"Neee, ist klar. Gut," dachte ich. Aber: die Anfrage war echt und das, mein Einstieg in die Hochzeitswelt. 

 

Es war als hätte ich mein ganzes Leben lang genau auf diesen Moment hingearbeitet. Die Absprachen

mit diesem wundervollen Paar, das Entstehen eines Wochenendes, einmalig im Leben der beiden und geschmückt

mit einer Vielfalt an Emotionen. Vom Adrenalin ganz abgesehen. Alles fühlte sich für mich magisch an

und sonderbarer Weise, als hätte ich nie etwas anderes gemacht. Das Paar zu begleiten, die Braut zu beruhigen,

den Bräutigam zu motivieren und die Anspannung zu fühlen. Zu vertrauen, dass alles irgendwie gut geht. 

Ich hatte dieses Vertrauen damals noch lange nicht, aber ich hatte jenes Vertrauen in meinen Weg und das diese Hochzeit,

der Beginn von einer Reise voller Höhen und Tiefen sein wird. Weit über die Überfahrt hinaus.

 

Als sie mich fragten, ob ich Ihre Hochzeitsrede schreiben und halten würde, hörte ich mich "Ja" sagen.

Als hätte jemand Fremdes für mich gesprochen, denn ich hatte bis dato schon immer gern geschrieben.

Nun, aber nur für mich und nicht für 50 Zuschauer. Auch hier, mein bedingungsloses Vertrauen auf mein Gefühl.

Der große Tag kam und als ich dort stand, um der Liebe im Leben Ausdruck zu verleihen, wusste ich:

egal wie, das möchte ich beruflich machen:

Der Liebe im Leben Ausdruck verleihen und Gefühle aufs Papier zu bringen ... und das mit Tiefgang, Spiritualität,

Glauben, Vertrauen, Spaß, Freude, Geschichten von Menschen, aus dem wahren Leben,

einer großen Portion verrückter "Dulli", die sich nicht zu Ernst nimmt, sondern für jeden Tag dankbar ist.

 

Der Sprung ins Ungewisse, war mein Sprung ins wahrhaftige Glück. Aber dieser Weg sollte nicht einfach sein, im Gegenteil.

Er war übersät mit Hindernissen und Fallen. Aber was soll ich sagen: Das Leben ist halt so :)

 

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